Grün – in eigener Sache

Ich habe immer grün gewählt. Ja, Jahre lang erschien mir diese Partei sogar als die einzig wählbare Alternative. Kein Wunder in Zeiten von Kohl, Waigel und Kinkel. Dann kam die Rot-Grüne-Koalition und ich stand, trotz Kriegseinsätzen und Lala-Politik,  immer noch fest an der Seite der Grünen, galt es doch dieses „Projekt“ gegen die Schwarzen zu verteidigen. So viel zur Vorgeschichte.
Dann kam Schwarz-Grün in Hamburg. Wie sich diese Partei, die ja nun gerade in der Hansestadt einem Milieu entstammt, das natürlich links war, sehr links sogar, mit einer Person zusammen tun kann, die sich einst vom braunen Schill zum Bürgermeister hat machen lassen, ist mir ein einziges Rätsel. Abgesehen vom Kohlekraftwerk in Moorburg und der feudalistischen Stadtplanungspolitik des Ole von Beust.
Jetzt kommt der nächste Hammer: Die Grünen wollen im Saarland Peter Müller (den großen Erneuerer!) zum Ministerpräsidenten wählen. Gemeinsam mit der FDP. Das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Da hat man jahre-, jahrzehntelang eine Partei unterstützt, damit sich in diesem Land etwas grundlegend ändert und dann wechselt diese Partei, kaum ist sie im Bürgertum angekommen, flugs die Seiten. Das hat etwas von politischer Gentrifizierung. Nur dass hier kein Stadtteil „aufgewertet“ wurde, sondern eine Partei. Ist das geschehen, dürfen diejenigen, die dazu beigetragen haben (die Idealisten, die Künstler, die Träumer), gehen, weil sie den Preis nicht mehr zahlen wollen.
Ich für meinen Teil habe genug davon. Danke auch!

Aktualisierung: Siehe dazu auch http://archiv.mopo.de/archiv/2010/20100424/hamburg/politik/die_gal_peinlich_bis_verlogen.html

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