Trips Welt (26)

„Endlich? Wir, die Welt, wir in der Welt – das soll endlich sein? Das können doch nur die behaupten, die an nichts als Abfall glauben. Ich glaube an unsere Unendlichkeit, die Freiheit tun und lassen zu können, was wir wollen“, flüsterte Don Paco mehr, als dass er es vernehmlich aussprach. In seinem Rücken erhob sich eine gewaltige Bergkette, deren Spitzen die letzten Sonnenstrahlen golden zurückwarfen.

Da gab es kein Bett und keinen Tisch, um daran zu sitzen. Aber da gab es die Worte und die Nacht, die aufzog, um alle, die ein Heim hatten, dorthin zu begleiten. Und irgendwo lebten diejenigen, die mehr als ein Bett hatten, die, die mehr hatten als einen Mantel und ein Paar Schuhe. Sie dachten ihre Gedanken, die beschränkt waren und endlich und doch verhielten sie sich als gäbe es für sie eine Unendlichkeit und vielleicht gab es die ja auch. Nur war deren Unendlichkeit immer außen vor. Das war das Problem. Sie waren innerlich klein und voller Beschränkungen und hatten eine Welt vor sich, die groß war und großzügig, die sich ihnen schutzlos darbot, so wie es gedacht war.
Man musste diesen erbärmlichen Menschen ihre eigene Unendlichkeit vor Augen führen, so wie Don Paco es versuchte, und wenn das nichts half, musste man zum Verteidiger des Volkes werden, das in seiner Not noch den Geschmack der Weite kannte. Man musste sich vor die Welt stellen und dort eine Grenze ziehen, wo es eigentlich keine Grenze geben sollte. Männer und Frauen wurden gebraucht, die wussten wann die Zeit für Opfer gekommen war.
Funken stoben von dem kleinen Feuer auf in die Schwärze und für einen winzigen Moment waren sie von den Sternen nicht zu unterscheiden. Doch dann gab es keinen Funken mehr und nur noch Sterne, bis sich der nächste aufmachte und wieder der nächste. Hinausgeschleudert, fortgeworfen.
Es wurde kalt. Das Feuer war in sich zusammen gesunken und die Decke aus zu dünnem Stoff. Paco schlief. Er schnarchte dabei leise und regelmäßig. Der Atem eines Priesters und der eines jungen Mannes unter freiem Himmel erzeugten die einzigen Geräusche in unendlicher Stille und Worte erzeugten Gedanken und Gedanken waren schwer zu kontrollieren und Gedanken flogen in die Nacht und suchten wie die Raben, die über den satten Maisfeldern im Tal kreisten, nach Verwirklichung.

Doch der Morgen kam und die zwei schnürten ihre Sachen, um weiterzuziehen. Don Paco sprach über das, was er wusste und der andere hörte zu, um am Ende des Tages das Gehörte wieder aufsteigen zu lassen und zu sehen, wo es einen Platz fand, um zu landen.

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