Trips Welt (8)

„Was würdest Du denn davon halten, den Laden etwas aufzumotzen? Ich hatte gerade an Blumen gedacht. Zum Beispiel.“
“Super Idee!“, meint sie dazu. „Jetzt, wo Mario nicht mehr so oft hier sein wird. Der hat immer gesagt, er wäre allergisch auf Blütenstaub. Darum habe ich es bleiben lassen. Hätte nicht gedacht, dass du so eine kreative Ader hast, Trip. Echt toll! Was hältst du davon, wenn du gleich mal welche besorgst. Mach mir die Freude, ja?“
Er trottet los zum Blumenladen. Unterwegs geht ihm das, was Britta gerade gesagt hat, durch den Kopf. Natürlich freut er sich über das Lob, aber es scheint ihm auch noch mehr mitgeschwungen zu haben. Sie will anscheinend ernsthaft Mario kicken.

Auf dem Weg trifft er Timm. Die beiden Freunde haben sich schon seit mehreren Wochen nicht getroffen. Erst war Trip mit Carmen und später mit der Arbeit im Linksaußen beschäftigt. Sie umarmen sich. „Hey Dicker“, fängt Timm an, „was geht? Lange nicht mehr gesehen, was? Ich will Platten kaufen. Bock mitzukommen?“
„Nee, lass mal. Ich hab geschäftlich zu tun,“ antwortet Trip ernst. Timm muss lachen. „Was?“ prustet er und kriegt sich kaum ein. „Was ist denn mit dir los?“
Trip schaut verlegen, meint dann aber mit einem gewissen Stolz: „Ich arbeite jetzt für Britta.“
„Ach so,“ sagt sein alter Kumpel, „ich dachte schon, es ist was Ernsthaftes.“
„Was Ernsthaftes habe ich auch. Ich habe endlich mal wieder eine Freundin,“ berichtet Trip. „Kennst du wahrscheinlich nicht. Sie ist gerade erst hergezogen. Carmen heißt sie. Super Frau!“
Timm zieht die Augenbrauen hoch: „Mann, das sieht man sich mal ein paar Tage nicht und schon ist dein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Respekt, Dicker! Freut mich, echt. Was meinst du? Sollen wir heute Abend nicht mal wieder ein Bier trinken gehen? Und Mr.Job lädt mich ein.“
“Geht klar,“ stimmt Trip zu. „Im Halunkeneck um acht?“
Britta hilft ihm, die Blumen auf die Tische zu stellen. Sie trägt ein grünes Kleid mit  Ausschnitt. Er kann den Ansatz ihrer zwei einladend freundlichen Brüste sehen. Sie werden von einem rosafarbenen BH in Form gehalten. Am liebsten würde er seine Hand unter den Stoff gleiten lassen und ihre weichen Dinger anfassen, damit spielen. Nur so. Das wäre sicher ein schönes Gefühl. Er beherrscht sich, lächelt Britta stattdessen an. „Zeigen Frauen sich absichtlich so“, fragt er sich. Ein Gast will etwas. Wie selbstverständlich geht er hin und kümmert sich um die Bestellung. Dabei spürt er ihren Blick auf sich ruhen. Sie schaut sich an, wie er das macht.

Gegen fünf Uhr kommt Brittas Tochter ins Cafe. Sie ist sechzehn und geht noch zur Schule. Bevor sie nach Hause geht, schaut sie immer noch mal im Linksaußen vorbei, um ihrer Mutter Hallo zu sagen. Britta küsst sie auf die Wange und streichelt ihr über das blonde, lange Haar. Susi ist ein auffallend hübsches Mädchen. Sie hat einen älteren Freund, der auch manchmal im Laden auftaucht und nach ihr fragt, wenn er sie sucht. Trip ist dieser Typ, der meistens schwarze Klamotten trägt und sich ziemlich poserhaft bewegt, nicht ganz geheuer. Er erlaubt sich aber kein abschließendes Urteil, schließlich kennt er ihn ja nur vom Sehen.
Susis blonde Haare erinnern ihn an Carmen. Seit dem seltsamen Anruf am Morgen hat er kaum an sie gedacht. Was sie wohl jetzt gerade macht? Er stellt sich vor, wie sie sich über den kranken Körper ihrer Mutter beugt und ihr Speichel vom Mund wischt.

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