Soziales Netz

Unser Controller hat mich heute morgen im Aufzug angesprochen. Karl heißt er. Den Nachnamen habe ich vergessen. Wir sind per Du seit dem Betriebskegeln vor drei Jahren. Heute hat er einen neuen blauen Anzug an und ein gelbes Hemd. Lustig sieht er damit aus. Er mag es wohl gern modisch.

Erstens, sagte er, habe er mich am Wochenende zusammen mit meiner Mutter in der Fußgängerzone gesehen. Wir wären gerade aus dem Feinschmecker Kindl rausgekommen.

Warum hast Du denn nichts gesagt?, habe ich ihn gefragt. Mit der Schulter hat er gezuckt. Er hätte nicht stören wollen. Meine Mutter hätte gerade so konzentriert auf mich eingeredet. Aber gewundert hätte er sich.

Natürlich wollte ich wissen worüber. Meine Mutter redet immer so viel, habe ich gesagt.

Aber er hatte gemeint, dass er sich gewundert hätte, dass ich bei Kindl einkaufe, wo ich doch für einen Discounter im Einkauf arbeite.

Der nimmt seinen Job als Controller ganz schön ernst, habe ich gedacht.

Zweitens wollte er mich fragen, ob ich nicht noch mal dieses Wundermittel für den Rohrabfluss einkaufen könnte. Bei ihm wäre immer irgendwas verstopft.

Klar, habe ich gesagt. Das kriegen wir schon.

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