Nur mal so ins Blaue

Zwischen 35 jährigen Frauen, die sich schon zu Lebzeiten ausstopfen lassen, sich zu Trophäen verwandeln lassen für Männer, die längst jeden Jagdtrieb verloren haben, umspült von schmutzigem Regen, der produziert von unserer Mobilität, Verheißungen weg wäscht, die einst an jeder Straßenecke klebten, jeden Weg in die Städte überzogen, stehen wir in der Bewegung still. Es bleibt die Glätte, die Haltlosigkeit, das Schlittern ohne Orientierung.

War das Festnetz uns zu fest gezogen? Heute nehmen wir unsere Erreichbarkeit überall hin mit. Zwischen uns das Internet. In uns das Internet. Gefangen in Netzen zappeln wir schillernd wie Fische im Todeskampf, stumm, flexibel, beweglich.

Nur ein Zucken unserer Sehnsucht bleibt in Winkeln die wir nicht mehr kennen. Hilferufe verhallen als Kurzbotschaft im Äther. Der Absender zum Code reduziert, der Empfänger als Dienstleister ohne Antwort und ohne Trost.

Während wir auf eine Botschaft warten, irgendeine, sind Klingeltöne das Höchste, das wir erbitten können. Wir holen sie uns in einem beschämenden Akt der Selbstunbefriedigung herunter.

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