Der kleine Morth (xxx)

Die Typen waren Saudis. Geld ohne Ende und vollkommen geschmacksfrei. Es war Stiefer sichtlich peinlich, dass sich der Scheich oder was er war mehr für die mögliche Rahmung der Bilder in Gold interessierte als für Motive und Machart.
Den Schampus hatte Sue umsonst besorgt. Da sie nichts anderes hatten und die Saudis auf ein Glas Wasser aus dem Hahn verzichteten, saßen sie auf dem Trockenen und der ganze Besuch dauerte nur etwas über 20 Minuten.

Morth nahm sich währenddessen vor, eine neue Reihe mit Bildern von in der Wüste Verdursteten zu malen. Er stellte sich die verschiedenen Brauntöne vor und die weißen Knochen im grellen Licht.

An den Wunden in Acryl schienen sich die barttragenden Wüstensöhne nicht zu stören. Am Ende nahmen sie aber doch eher Werke aus Morths Frühphase: „Tierprodukte“. Mit radebrechendem Englisch erklärte einer der Saudis Morth, dass seine Bilder ganz sicher gelagert würden. „Modern technic – very expensive,” wiederholte er mehrmals. Im Keller unter seiner Villa, „no sun light ever“. „Prima,“ dachte Morth, „weg mit dem alten Scheiß.“

Als er schließlich den – wie ihm schien horrenden – Preis nannte wirkten die Scheichs enttäuscht. Sie hätten wohl gern mehr ausgegeben und Stiefer fühlte sich genötigt, darauf hin zu weisen, dass Morths Marktpreise noch viel Luft nach Oben hätten. Gerade das würde ja den Reiz ausmachen. „He’s got potential,“ sagte er, „really.“

“Das war erst der Anfang,” meinte Stiefer vertraulich, als die bärtigen Käufer verschwunden waren. Das nächste Mal machen Sie aber vernünftige Preise. War mir etwas peinlich Ihre Ansage. Die Leute wollen Qualität kaufen und die drückt sich im Preis aus. So einfach ist das. Wenn Sie einen Lamborghini kaufen und der Preis ist zu niedrige, fragen Sie sich doch auch, ob da was nicht stimmt. Right?“ Morth nickte. Er hatte verstanden.

Stiefer würde sich das nächste Mal nicht mehr persönlich um die Sache kümmern, sagte er. Es würde nächste Woche einen Artikel im ‚Art Investor’ geben und dann übernahm ein Projektleiter den Vertrieb. „Vertrieb,“ wiederholte Morth.

„Können Sie mehr malen?“ erkundigte Stiefer sich noch und ohne eine Antwort abzuwarten, setzte er hinzu: „Sollten Sie. Sie werden zu tun bekommen.“ Wieder nickte Morth. Klar konnte er mehr malen.

Den Scheck aus Saudi Arabien schenkte er Sue. Morth wollte nur die Aufmerksamkeit.
Sue revangierte sich später, indem sie die Hose ihres Neoprenanzugs, der in Morths Wohnung lagerte, überihre durchtrainierten Beine streifte und so verkleidet ins Schlafzimmer kam. Sie stellte sich in den Türrahmen und machte noch etwas wie nebenbei an ihren Nippeln herum. Morth wurde sofort spitz. Sue als kleine Meerjungfrau – da ging er echt ab.

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