Der kleine Morth (vi)

Trend Fuller konnte nicht mehr. Diese wahnsinnigen Europäer waren hart im Nehmen. Er würde keine dritte Nacht überstehen. Nicht nachdem man schon den Nachmittag über im Businessclub gesoffen hatte.
Seine Begleiter waren auf den Weg zu einem neuen Event-Bordell in den Außenbezirken der Stadt. Der Puff hieß Arabian Nights und sein Werbespruch ‚Closer to the Near East’. Mika Cronos Stiefer, Mittelpunkt der feierwütigen Gesellschaft und Herausgeber von ‚Art Investor’, hatte das lustig gefunden und wollte sich dort mal umsehen. Trend hätte dazu auch Lust gehabt, aber es war körperlich einfach genug und Pillen wollten er keine schlucken. Er musste schlafen. Die Nacht war lau und obwohl er sich das zuhause in New York nie getraut hätte, legte er sich auf eine Parkbank und schloss die Augen. In seinem Kopf wurde es dunkel und die Bilder der vergangenen Tage ließen seine Augenlider zucken. Dann war er weg.

Sein Handy weckte ihn. Stiefer war dran. Man vermisste ihn. Im Hintergrund erkannte er die unnatürlich aufgeputschten Stimmen der anderen. Frauen lachten hysterisch. Er konnte den Alkohol förmlich riechen. Er sagte, er würde sich melden und wünschte Stiefer „Viel Vergnügen“. Der sagte: „Gute Nacht“, und legte auf. Trend Fuller murmelte „Danke“ in die rauschende Leere der abgerissenen Verbindung hinein und schlief in der nächsten Minute schon wieder weiter.

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